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Die Schilddrüsenchirurgie sowie die Nebenschilddrüsen- und Nebennierenchirurgie haben eine große Bedeutung an unserer Klinik.

 

 

Hier finden Sie eine kurze Darstellung der wesentlichen Apekte der Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie.

Schilddrüsen-Chirurgie

Veränderungen der Schilddrüse sind nach wie vor häufig in Deutschland: Insbesondere bei Menschen über 45 Jahren leidet jeder zweite unter einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf) mit oder ohne Knoten. Normalerweise können Vergrößerungen der Schilddrüse zunächst mit Medikamenten behandelt werden, um ein weiteres Wachstum zu verhindern. Doch je nach Art der Erkrankung, Größe oder Lage der Schilddrüsenveränderung muss krankhaftes oder überschüssiges Gewebe dauerhaft entfernt werden: entweder durch eine Radiojodtherapie oder die Operation der Schilddrüse.

Die Operation der Schilddrüse ist inzwischen ein Routineeingriff: In Deutschland findet er schätzungsweise 120.000 Mal pro Jahr statt. Verbesserte Operationsmethoden, feinere Instrumente und Techniken sorgen dafür, dass der Eingriff in den letzten Jahren immer weniger belastend für den Patienten wurde und Komplikationen nur noch sehr selten auftreten.

Wann sollte die Schilddrüse operiert werden ?

Bei gutartigen Knoten oder Vergrößerungen der Schilddrüse sollte eine Operation erwogen werden, wenn die Behandlung mit Arzneimitteln nicht oder nicht mehr ausreicht. Die Schilddrüse sollte insbesondere operiert werden,wenn einer der folgenden Gründe vorliegt:

    Schilddrüsenvergrößerungen mit Symptomen (Schluck- o. Atembeschwerden, Druckgefühl)

     kalte Knoten m. best.sonographischen Merkmalen

    heiße Knoten, die eine Überfunktion verursachen (autonome Adenome), wenn eine Radioiod-behandlung nicht gewünscht wird o. nicht möglich ist

    Verdacht auf eine bösartige Erkrankung

    Vergrößerung und Überfunktion  durch die so genannte Basedow´sche Krankheit, wenn eine Radioiod-Therapie nicht sinnvoll ist (über 60 ml )

Wie wird die Schilddrüse operiert ?

Alle Schilddrüsen- und Nebenschilddrüseneingriffe werden an unserer Klinik unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandard durchgeführt: Einsatz von Lupenbrille und intraoperativem Monitoring des Nervus recurrens. Durch diese Maßnahmen kann die Rate an Nachoperationen signifikant gesenkt werden.

Routinemäßig erfolgt vor und nach Eingriffen an der Schilddrüse und Nebenschilddrüse eine Überprüfung der Stimmbandfunktion.

Im Sinne eines „bestmöglichen Standards“ sind nach heutiger Auffassung die oben genannten Maßnahmen in besonderem Maße geeignet, die Komplikationsraten in Bezug auf Läsionen des Nervus recurrens und permanente Beeinträchtigungen der Nebenschilddrüsen-funktion zu minimieren und dadurch höchste Qualitätsstandards zu erzielen.

Vergrößerte Schilddrüse

Operation: Verbesserung der Nervenpräparation

durch Lupenbrille

die 3 Schlüssel zum Erfolg:

Endoskop, Lupenbrille, Neuromonitoring

Der Recurrens-Nerv unter 2,5-facher Vergrößerung

Das Prinzip des Neuromonitorings

Die Schilddrüsenoperation findet in Vollnarkose statt und dauert meist etwa ein bis zwei Stunden. Über einen kurzen Schnitt unterhalb des Halses („Kragenschnitt“) operiert der Chirurg das kleine Organ. Die Schnittlänge beträgt meist etwa vier bis fünf Zentimeter und hängt davon ab, wie stark die Schilddrüse bereits vergrößert ist. Der Operateur legt nun das Organ auf beiden Seiten frei und entfernt erkrankte oder überflüssige Teile der Schilddrüse.

Der Chirurg achtet während der gesamten Operation sehr sorgfältig darauf, die Stimmbandnerven und die Nebenschilddrüsen zu schonen. Der Einsatz eines Gerätes zur Gefäß- und Gewebeversiegelung macht eine "fadenlose Operation" möglich.

Um Komplikationen so gering wie möglich (unter 1%) zu halten, hat sich die Benutzung von Lupenbrillen und feinen Instrumenten bewährt. Mit Hilfe eines Kontrollgerätes kann die Nervenfunktion der Stimmbandnerven während der Operation überprüft werden (Neuromonitoring). Durch das exakte und feine Operieren werden außerdem Blutungen während der Operation vermieden: Fremd- oder Eigenblutgaben sind deshalb fast ganz auszuschließen.

Bevor der Arzt die Wunde verschließt, bringt er Drainageröhrchen ein, die später das Wundsekret ableiten und eine Nachblutung erkennen lassen. Die Wunde wird meist mit resorbierbaren Fäden und einer kosmetisch unauffälligen Nahtmethode verschlossen.

Welche Komplikationen können nach der Operation auftreten?

Die Schilddrüse ist eines der am besten durchbluteten Organe des Körpers. Unmittelbar nach der Operation kann es – wenn auch selten – zu einer Nachblutung kommen, weshalb die Patienten in jedem Fall mindestens 24 Stunden in der stationären Beobachtung verbleiben.

sollen. Diese Komplikation tritt bei weniger als einem Prozent der Patienten auf. Allerdings ist in diesem Fall ein frühzeitiger erneuter Eingriff zur Blutstillung erforderlich. Durch die moderne Operationstechnik und das sehr sorgfältige Vorgehen eines erfahrenen Operateurs ist eine Nachblutung nach einer Schilddrüsenoperation heute ein sehr seltenes Ereignis geworden. Wie nach jeder Operation kann es außerdem zu Wundheilungstörungen oder Blutergüssen kommen.

Was passiert, wenn die Nebenschilddrüsen bei der Operation verletzt oder entfernt werden ?

Die Nebenschilddrüsen sind eigenständige Organe und bestehen aus vier winzigen Körperchen (zwei bis drei mm groß) unmittelbar hinter der Schilddrüse. Die Nebenschild drüsen steuern mit ihrem Hormon den Kalziumstoffwechsel. Bei der Operation sollten diese kleinen Organe möglichst erhalten werden. Sehr selten kann es zu einer Schädigung der Nebenschilddrüsen kommen. Fehlt das so genannte Parathormon der Nebenschilddrüsen, sinkt der Kalziumgehalt im Blut. Kurze Zeit nach der Operation tritt Kribbeln an Händen und Füßen auf, unbehandelt kommen Muskelkrämpfe hinzu.

Das Neuromonitoring bei der Operation

 

Minimal invasive Operation (MIVAP)

 

Komplett entfernte Schilddrüse (Thyreoidektomie)

 

halbseitig entfernte Schilddrüse

(Hemithyreoidektomie)

Wie groß ist die Gefahr für die Stimmbänder ?

Die Lähmung eines oder beider Stimmbandnerven (Recurrensparese) gehört zu den schwer wiegenden Komplikation nach Schilddrüsen operationen und tritt glücklicherweise selten auf (bei etwa drei Prozent vorübergehend, bei etwa 0,5 Prozent dauerhaft)

Wegen ihrer Nähe zur Schilddrüse sind die Stimmbandnerven bei einer Operation besonders gefährdet. Auf jeder Seite verläuft jeweils ein Nerv auf der Rückseite der Schilddrüsenlappen und wird deshalb Nervus recurrens(Rückläufernerv) genannt. Durch Schwellung oder Blutergüsse im Operationsgebiet können diese Nerven irritiert, durch Zerrung oder Druck geschädigt oder verletzt werden. Eine teilweise oder vollständige Lähmung der Stimmbänder kann die Folge sein, zum Teil auch nachträglich nach der Schilddrüsenoperation. Dabei kann es zu einer Veränderung der Stimmqualität (tiefer, leiser), zu Heiserkeit und zu erheblichen Problemen beim Sprechen kommen. Die Gefahr einer solchen Stimmschädigung kann durch die ständige Überwachung der Nerven während der Operation, das so genannte Neuromonitoring, sehr gering gehalten werden.

Meist geht die Beeinträchtigung der Stimme nach sechs bis zwölf Wochen vorüber, in Ausnahmefällen kann die Normalisierung bis zu einem Jahr dauern. Bei einer zweiten Operation ist das Risiko einer Stimmbandnervschädigung bedeutend höher und sollte in für Schilddrüsenoperationen besonders ausgewiesenen Spezialeinheiten vorgenommen werden. Hier liegt heute auch bei einer Zweitoperation das Risiko einer Nervenschädigung unter einem Prozent.

Bei dauerhaften Lähmungen der Stimmbandnerven kann die Stimmqualität durch Sprachtraining (Logopädie) verbessert werden.

 

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