Magenkrebs (Magenkarzinom)

 

 

In Deutschland erkranken jährlich circa 20.000 Menschen an Magenkrebs, weltweit etwa eine Million. Oft wird die Krankheit spät entdeckt, so dass eine sofortige vollständige Entfernung des Tumors mittels einer Operation nicht mehr sinnvoll ist. In diesen Fällen wird vor der Operation eine Chemotherapie angeboten, die früher allerdings oft nebenwirkungsreich und zudem nur wenig wirksam war. Erfreulicherweise hat sich diese Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Aktuelle Studien zeigen, dass sich die Heilungschancen steigern lassen, wenn die Chemotherapie vor der Operation durchgeführt wird. Weitere Fortschritte sind in anderen Bereichen wie der Operations- Chemo- und Strahlentherapietechniken, der psychoonkologischen Betreuung und der Ernährungstherapie gemacht worden. Schon lange ist die Magenkrebsbehandlung nur dann erfolgreich, wenn viele Disziplinen eng zusammenarbeiten.

 

Der gesunde Magen hat eine Vielzahl verschiedener Funktionen zu erfüllen. Er bietet eine Reservoirfunktion für die Nahrung, zerkleinert die Speisen und transportiert sie weiter in den Zwölffingerdarm. Ein Einlassventil zwischen Speiseröhre und Mageneingang verhindert, dass der Magensaft in die Speiseröhre zurückfliesst. Das Auslassventil (= Pylorus) reguliert die Abgabe des Speisebreies in den Zwölffingerdarm. Entwickelt sich im Magen ein bösartiger Krebs, muss häufig der gesamte Magen zusammen mit den Lymphdrüsen entfernt werden.

 

Symptome und Diagnose

Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Unwohlsein und z.T. Oberbauchschmerzen führen die Patienten zum Arzt, der in der Regel zuerst eine Magenspiegelung (Gastroskopie) veranlasst. Wird durch die Gewebsentnahme ein bösartiger Magentumor diagnostiziert folgen weitere Abklärungen zur Beurteilung des Tumorstadiums. Dies beinhaltet ein CT (Computertomographie, eine Ultraschalluntersuchung des Magens und gelegentlich eine Bauchspiegelung (=Laparoskopie).

 

Diagnostik

  • Gastroskopie + Biopsie
  • Endosonographie
  • Abdomen-CT
  • Laparoskopie

 

Behandlungsplan

Der Behandlungsplan bei der Diagnose Magenkrebs wird interdisziplinär durch unsere Tumorkonferenz festgelegt und ist abhängig von verschiedenen Faktoren (Tumorstadium, Tumorart, biologische Faktoren, etc.). Die Behandlung orientiert sich an der Deutschen S3 Leitlinie zur Behnadlung des Magenkarzinoms.

Handelt es sich um ein wenig fortgeschrittenes Stadium ohne Verdacht auf Befall der Lymphdrüsen folgt als nächster Schritt die Operation. Ist hingegen der Tumor schon sehr gross oder besteht Verdacht auf Mitbefall der Lymphdrüsen, führen wir meistens zuerst eine Chemotherapie (sogen. neoadjuvante Chemotherapie) durch, gefolgt von der Operation. Im Anschluss an die Operation wird sofern nötig - in Abhängigkeit von der definitiven Tumor- und Stadiumbeurteilung durch den Pathologen, nochmals eine Chemotherapie angeschlossen.

 

Operation

Die Operation besteht prinzipiell in einer vollständigen Entfernung des Magens (Gastrektomie) mit den anhaftenden Lymphdrüsen. Der fehlende Magen kann durch verschiedene Methoden ersetzt werden. Die häufigste Methode ist der Ersatz mit einer Dünndarmschlinge (sogen. "Roux-Y-Rekonstruktion"). Sind Nachbarorgane mitbefallen, kann es im Einzelfall auch erforderlich sein, diese mitzuentfernen, wir sprechen dann von einer "Multiviszeralresektion".

Nachbehandlung

Die medizinische Nachsorge nach einer Magenkrebsoperation folgt nach einem festgelegten Schema (siehe Tab. rechts).

In der Regel ist die postoperative Lebensqualität nach einer totalen Magenentfernung teilweise eingeschränkt. Dies betrifft vor allem das Essverhalten. Gewichtsverlust, Durchfall und zu rasche Entleerung des Ersatzmagens sind häufige Probleme. Die Patienten/innen müssen lernen ihre Essgewohnheiten umzustellen. Dies bedeutet vor allem die Menge auf mehrere (6-8) kleinere Mahlzeiten pro Tag zu verteilen. Unsere Ernährungsberaterinnen helfen Ihnen dabei eine möglichst optimale Lösung zu finden.

Wichtig ist es, Vitamin B12 durch Spritzen zuzufügen, da dieses Vitamin nur über den Magen in den Körper gelangen kann. dieses geschieht in der Regel lebenslang durch eine Vitamin B12-Spritze alle 3 Monate.

    Begriffe in der Magenkrebschirurgie:

    Gastrektomie

      Hier erfolgt die Entfernung des gesamten Magens. Anschließend wird die Speiseröhre mit dem Dünndarm verbunden, um die Nahrungspassage aufrecht zu erhalten.

    Subtotale Gastrektomie

      Bei kleineren Tumoren, die auf die Magenwand begrenzt sind und im unteren Magendrittel liegen, werden in der Regel nur Teile des Magens entfernt – durchschnittlich 80% des Gesamtmagens. Der restliche Magen wird auch hier mit dem Dünndarm verbunden.

    Erweiterte Gastrektomie

      Hat der Tumor die Magenwand bereits durchbrochen, wird zusätzlich zum Magen Gewebe aus der Magenumgebung entfernt.

     

    Gastrektomie: Magen komplett entfernt,

    Verbindungen mit dem Dünndarm erfolgt

    Gastrektomie: komplett entfernter Magen mit Lymphknoten,

    großem Netz (Omentum) und Milz

    Nachbehandlung nach Magenkrebschirurgie:

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