Operationsdauer :

    ca 45- 60 Minuten

    Stationär : 3-6 Tage

    Anteil minimal invasiver Operationen: 100%

 

     

   

Achalasie

 

Die Achalasie ist eine seltene Störung der Beweglichkeit der Speiseröhre. Einer von zweitausend Europäern erkrankt im Verlauf seines Lebens daran. Typisch ist eine Störung des Schluckens, ein Hochwürgen von Speisen und Getränken unmittelbar nach dem Essen, meist ohne Übelkeit. Der Diagnose und Therapie dieses Leidens wird an unserer Klinik besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Achalasie wird normalerweise in drei Stadien eingeteilt.

  • Stadium I - hypermotile Form

  • Stadium II - Hypomotile Form

  • Stadium III - amotile Form

 

Die Erkrankung schreitet in der Regel vom ersten zum letzten Stadium fort, wenn nicht hterapeutisch eingegriffen wird. Im Stadium I ist die Speiseröhre noch funktionsfähig, und versucht gegen den zu hohen Druck im unteren Schließmuskel (Mageneingang) 'anzupumpen' (hypermotil = überbeweglich im Sinne von überaktiv). Im zweiten Stadium wird die Ösophagusmuskulatur bereits träger, da sich die Speiseröhre zunehmend ausweitet (dilatiert). Im Endstadium der Erkrankung (Stadium III) 'hängt' die Speiseröhre schließlich quasi als 'schlaffer' funktionsloser Muskelschlauch im Mediastinum (Mittelfellraum des Brustkorbes). Die Speiseröhre ist defekt und vollkommen amotil (unbeweglich).

Symptome

Das absolute Leitsymptom der Achalasie sind Schluckstörungen. In der Regel nehmen die Symptome mit Fortlauf der Erkrankung stetig zu. Zusammengefasst können bei der Achalasie folgende Symptome auftreten:

  • Schluckbeschwerden ( Dysphagie )

  • Hochwürgen v. Speisen (Regurgitation)

  • retrosternaler Schmerz

  • Aspirationen (Übertritt v. Speisebrei i.d. Luftröhre)

  • Gewichtsverlust

 

Diagnose

Eine sorgfältige Abklärung ermöglicht die Diagnose Achalasie. Eine Reihe von anderen Erkrankungen kann leicht damit verwechselt werden, sodass viele Patienten einen langen Leidensweg hinter sich haben, bis ihre Diagnose und damit auch die Therapie feststeht.
Wichtig sind neben der genauen Vorgeschichte:

  • Gastroskopie und Biopsie

  • Röntgenuntersuchung der Speiseröhre ("Breischluck")

  • Manometrie (Druckmessung der Speiseröhre)

  • pH-Metrie (Säuremessung)

 

Diese Untersuchungen werden in unseren gastrointestinalen Funktionslabor durchgeführt.

Behandlung

Es gibt heute eine Reihe guter Behandlungsmethoden zur Erleichterung der Symptome, allerdings keine vollständige Heilung.

Botulinustoxin

Botulinustoxin ("Botox") wird bei einer Magenspiegelung direkt in die verengte Stelle der Speiseröhre injiziert. Diese Behandlung muss mehrfach über ein halbes Jahr wiederholt werden, gelingt jedoch auch ohne Narkose. Leider ist die Rückfallrate hoch, sodass diese Technik sehr alten oder kranken, für eine Operation nicht tauglichen Patienten vorbehalten werden soll.

Ballondehnung ("Dilatation")

Hier gelingt durch Dehnung in Narkose durch einen Ballon, der durch ein Gastroskop in die verengte Stelle der Speiseröhre platziert wird oft beim ersten bis dritten Dehnungsversuch eine akzeptable Symptomlinderung. Allerdings reisst in bis zu 5 % der Dehnungsversuche die Speiseröhre auf, sodass eine Notoperation notwendig wird, bei der das Loch in der Speiseröhre wieder vernäht wird.

Operation

Die chirurgische Technik besteht aus der Spaltung der Muskulatur (Myotomie nach Heller) des verengten unteren Speiseröhrenabschnitts, viele Operationsschritte sind ähnlich wie bei der Fundoplicatio. Die Operation sollte heute ausschliesslich laparoskopisch angeboten werden, da in der Technik eine bessere Übersicht und damit auch eine präzisere Operation möglich ist. Die Operation wird gelegentlich auch mit einer intraoperativen Gastroskopie (sogenannte "Rendez-vous-Chirurgie") kombiniert. Der Überblick und die Vergrösserung bei der Operation sind notwendig, um eine komplette Muskelspaltung durchführen zu können.

Prognose

Die Ergebnisse dieser Myotomie sind gut. Etwa 90% aller Operierten haben keine der ursprünglichen Beschwerden mehr. Einige Patienten (ca 15%) können nach der Operation Sodbrennen durch Säure-Rückfluss ("Reflux") erleiden, hier können säureblockende Medikamente helfen.

Bei manchen Patienten kann es  zum Wiederauftreten der Achalasie nach 10- 15 Jahren kommen.

Hier sind unterschiedlichste Methoden möglich, bei extremer Speiseröhrenausweitung kann es sogar in Einzelfällen notwendig sein, die Speiseröhre operativ zu entfernen. In der Regel recht es aber aus, eine erneute laparoskopische Spaltung der vernarbten Engstelle durchzuführen.

Achalasie

 

 
 
 
 

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