Operationsdauer : ca 45 Minuten

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    Stationär : 2-3 Tage

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    Anteil minimal invasiver Operationen: 95%

   

 

Was sollten Sie über die Gallenblase wissen?

Die Gallenblase, ein birnenförmiger Blindsack, liegt im rechten Oberbauch an der Unterseite der Leber. Die in der Leber gebildete Galle, welche hauptsächlich für die Verdauung verantwortlich ist, gelangt über die Gallengänge in die Gallenblase, welche als Speicher dient. Die Galle wird dann bei Bedarf via Hauptgallengang (Choledochus) in den Zwölffingerdarm entleert.

Wird die Gallenblase entfernt, so geht die Galle ohne nachteilige Folgen von der Leber via Gallengänge direkt in den Darm.

Die häufigsten Erkrankungen der Gallenblase sind Gallensteine und/oder die Entzündung. Weshalb es zur Steinbildung (Cholecystolithiasis) in der Gallenblase kommt, ist noch unklar.

Alle können an diesem Leiden erkranken. Bevorzugt aber sind Frauen, Übergewichtige, Patienten im Alter zwischen 40-60 Jahren.

Was sind die Beschwerden und welche Gefahren bestehen beim Steinleiden?

Das Gallenblasensteinleiden ist ein sehr verbreitetes Leiden. Es gibt aber viele sog. „Steinträger“, die völlig beschwerdefrei sind. Ein kleiner Teil davon entwickelt aber früher oder später Beschwerden wie dumpfe, gürtelförmige Oberbauchschmerzen oder gar heftige, kolikartige Schmerzen. Ohne Behandlung kehren die Beschwerden immer wieder zurück. Kleine Steine können in den Gallengang gleiten und den Gallenabfluss blockieren. Es kommt so zur Gelbsucht (Ikterus) und falls der Stein auch den Bauchspeicheldrüsengang nahe beim Zwölffingerdarm verstopft, kommt es zur lebensgefährlichen Bauchspeicheldrüsen- entzündung (Pankreatitis). Die Gallenblase kann zudem vereitern oder schrumpfen. Kommt es gar zum Durchbruch der Gallenblasenwand, kann eine gefährliche Bauchfellentzündung folgen.

Wie diagnostiziert man ein Gallenblasenleiden?

Mit einem Ultraschallgerät kann das Steinleiden schonend und rasch diagnostiziert werden. Selten braucht es einmal andere Röntgenverfahren, z.B. mit Kontrastmittel. Beim komplizierten Steinleiden versucht der Magendarmspezialist mittels Darm- und Gallenspiegelung und Spaltung des Schliessmuskels an der Mündungsstelle des Hauptgallenganges (Papillotomie) die Gallengänge von den Steinen zu befreien.

Gallenblase bei laparoskopischer OP

 

Gallenblase bei offener OP

Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen ?

Die einzig wirklich heilende Methode des Steinleidens ist die Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie").

Geeignet sind grundsätzlich zwei Operationsverfahren, welche beide in Vollnarkose durchgeführt werden:

1.Die laparoskopische Cholezystektomie

("Schlüssellochchirurgie")  

Durch  vier kleine Hautschnitte in der Bauchdecke wird mittels  einer Optik mit Videokamera und feinen Spezialinstrumenten die ganze Gallenblase aus dem Leberbett herausgelöst, von ihrer Verbindung zu den Blut- und Gallengefässen getrennt und durch die Bauchdecke entfernt.

Bei  2-3% der Operationen muss wegen Unvorhergesehenem, wegen schweren Verwachsungen nach Voroperationen oder wegen schwerer Entzündung die Laparoskopie abgebrochen und mit dem offenen Verfahren weiteroperiert werden.

2. Die herkömmliche, konventionelle (offene) Methode:

Durch einen ca. 15-20 cm langen Schnitt im rechten Oberbauch wird die Gallenblase ebenfalls ganz entfernt. Stellt der Arzt bei beiden Verfahren mit  Kontrastmittel und Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen eine Abflussbehinderung der Galle  fest, so folgt eventuell eine Eröffnung des Hauptgallenganges (Choledochusrevision)  zwecks Steinentfernung.

Welches sind die Gefahren einer solchen Operation?

Wie bei allen Operationen kann es trotz grösster Sorgfalt einmal zu einer Nachblutung oder zu einer Wundinfektion kommen. Extrem selten sind Verletzungen benachbarter Organe (Leber, Darm, Gefässe und Gallenwege) beschrieben. Das Risiko solcher Verletzungen ist bei Voroperationen und Notoperationen erhöht. Bei Eingriffen am Gallengang kann es zu Austritt von Galle in die Bauchhöhle, zu narbigen Einengungen oder gar zu Fisteln (Verbindungsgang) zwischen Gallengang und Darm oder Bauchdecke kommen. Schmerzen im Schulter-, Hals- und Bauchbereich treten gehäuft kurzfristig nach der laparoskopischen Operation auf. Daneben können allgemeine Komplikationen wie Thrombosen, Embolien oder Lungenentzündungen auftreten.

 

 

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