Operationsdauer :

    ca 90- 180 Minuten

    Stationär : 7-14 Tage

    Anteil minimal invasiver Operationen: 50 %

 

 

Darmkrebs (Colonkarzinom)

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Darmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Er steht bei Frauen und Männern in Europa an zweiter Stelle aller Krebserkrankungen, gleich nach Brustkrebs bzw. Prostatakrebs. Allein in Deutschland erkranken Jahr für Jahr 73.000 Menschen an Darmkrebs, Männer und Frauen gleichermaßen. Jeder 20. Bundesbürger wird im Laufe seines Lebens mit dieser Diagnose konfrontiert.

Besonders groß ist das Risiko zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Nur 5 bis 10 Prozent der Darmkrebsfälle gehen auf vererbte Genveränderungen zurück. Dazu gehört beispielsweise die familiäre adenomatöse Polyposis. Solche erblichen Krebserkrankungen entwickeln sich schon in jungen Jahren. Bei knapp einem Drittel aller Darmkrebsfälle ist bereits in der engeren Verwandtschaft Darmkrebs aufgetreten. Auch eine solche familiäre Belastung erhöht das eigene Darmkrebsrisiko. Mitglieder dieser Familien sollten sich schon in frühem Alter regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen. Die Mehrzahl der Darmkrebserkrankungen tritt allerdings „sporadisch“ auf, das heißt, es gibt weder eine Erbkrankheit noch eine familiäre Belastung.

Symptome und Diagnose

Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Unwohlsein und z.T. Oberbauchschmerzen führen die Patienten zum Arzt, der in der Regel zuerst eine Magenspiegelung (Gastroskopie) veranlasst. Wird durch die Gewebsentnahme ein bösartiger Magentumor diagnostiziert folgen weitere Abklärungen zur Beurteilung des Tumorstadiums. Dies beinhaltet ein CT (Computertomographie, eine Ultraschalluntersuchung des Magens und gelegentlich eine Bauchspiegelung (=Laparoskopie).

Diagnostik

  • Coloskopie + Biopsie
  • Sonographie
  • ggf. Abdomen-CT
  • ggf. Röntgenkontrasteinlauf (KE)

Therapie

Wie wird Darmkrebs behandelt?

Die Behandlung von Darmkrebs basiert heute auf vier Säulen: Operation, Chemotherapie, Bestrahlung und neue, zielgerichtete Therapien. Diese werden je nach Tumorstadium, Lage des Tumors im Körper und Allgemeinzustand des Patienten eingesetzt und oft auch miteinander kombiniert. Die Steuerung des Therapie-Einsatzes erfolgt im St. Vinzenz Hospital durch die interdiziplinäre Tumorkonferenz ("Tumor-Board").

Wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen am besten. Wenn der Tumor bereits weit fortgeschritten ist und sich in alle Schichten der Darmschleimhaut ausgedehnt hat, Lymphknoten befallen oder Metastasen in anderen Organen aufgetreten sind, geht man nicht mehr von einer Heilung der Erkrankung aus. In diesem Stadium sind die Ärzte bemüht, nach der Operation das Tumorwachstum mit Bestrahlungen, Chemotherapie und neuen zielgerichteten Therapien aufzuhalten. Die Fachsprache nennt dieses Vorgehen „palliativ“. Damit ist bei vielen Patienten ein Leben oft über mehrere Jahre bei guter Lebensqualität möglich.

Behandlungsplan

Der Behandlungsplan bei der Diagnose Darmkrebs wird interdisziplinär durch unsere Tumorkonferenz festgelegt und ist abhängig von verschiedenen Faktoren (Tumorstadium, Tumorart, biologische Faktoren, etc.). Wir streben generell an, allen Patienten, soweit möglich,  eine Therapie entsprechend der aktuellen S3-Leitlinie (http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/021-007.htm ) zur Diagnostik und Therapie des kolorektalen Karzinoms zu ermöglichen.

 

In der Regel folgt als erster entscheidender Schritt die Operation. Ist hingegen der Tumor schon sehr gross oder besteht Verdacht auf Mitbefall der Nachbarorgane, führen wir meistens zuerst eine vorbereitende Operation (in der Regel eine Anlage ienes künstlichen Darmasugangs) durch, spätert gefolgt von der endgültigen Operation. Im Anschluss an die Operation wird sofern nötig - in Abhängigkeit von der definitiven Tumor- und Stadiumbeurteilung durch den Pathologen und nach Festlegung in der interdisziplinären Tumorkonferenz -  nochmals eine Chemotherapie angeschlossen.

Operation

Die Operation bietet eine echte Chance auf Heilung !

Die Operation der Darmkrebserkrankung besteht prinzipiell in einer vollständigen Entfernung des befallenen Darmabschnitts  mit den anhaftenden Lymphdrüsen und anschliessender Wiederherstellung der Darmkontinuität durch die Darmnaht (Anastomose). Sind Nachbarorgane mitbefallen, kann es im Einzelfall auch erforderlich sein, diese mitzuentfernen, wir sprechen dann von einer "Multiviszeralresektion".

Die Operation steht an erster Stelle der Behandlung. Immer dann, wenn der Tumor komplett entfernt werden kann und anschließend keine bösartigen Zellen im umliegenden Gewebe entdeckt werden können, besteht eine gute Heilungschance. Das ist besonders in frühen Stadien der Erkrankung gut möglich, wenn die Geschwulst sehr klein und auf ihren Ursprungsort beschränkt ist.

Selbst wenn die Möglichkeit zu einer heilenden Operation nicht mehr gegeben ist, weil der Tumor nicht mehr komplett entfernt werden kann, operiert man dennoch in den meisten Fällen. Denn damit kann zumindest eine weitere Ausbreitung der Erkrankung und spätere Komplikationen verhindert werden.

Die Darmfunktion ist normalerweise nach der Operation kaum beeinträchtigt

Oberstes Ziel der Operation ist es, den gesamten betroffenen Darmabschnitt mit dem Tumor vollständig herauszuschneiden. Es sollte also kein Tumorrest mehr im Darm verbleiben.

Wichtig ist dabei, dass der Chirurg nicht nur die erkennbare Geschwulst, sondern auch umliegendes, gesundes Darmgewebe und insbesondere die für das Tumorgebiet zuständigen Lymphknotengebiete großzügig entfernt. Mit diesem Sicherheitsabstand will man verhindern, dass sich aus winzig kleinen, mit dem bloßen Auge nicht sichtbaren Tumorresten ein späterer Rückfall an gleicher Stelle entwickelt. Das nennt man in der Fachsprache ein „Rezidiv“. Auch die dazu gehörigen Lymphknoten und Blutgefäße werden entfernt, um einer Ausbreitung der Erkrankung, also Metastasierung, über die Lymph- und Blutgefäße vorzubeugen.

Die gesunden Enden des Darms werden wieder zusammengenäht ("Anastomose"), ein künstlicher Darmausgang ist nur in seltenen Fällen notwendig. Da der Dickdarm sehr lang ist, wird seine Funktion nach der Operation kaum oder gar nicht beeinträchtigt.

Die Therapie nach Operation richtet sich nach dem Tumor-Stadium

Der entfernte Tumor und die Lymphknoten müssen anschließend von einem Pathologen im Labor mikroskopisch untersucht werden. Damit kann man feststellen, ob es sich wirklich um einen bösartigen Tumor handelt und ob die Lymphknoten von Tumorzellen befallen sind.

Nach diesem Ergebnis und den Untersuchungen vor der Operation auf mögliche Metastasen wird die Erkrankung in Stadien eingeteilt. Dabei sind hauptsächlich folgende Gesichtspunkte von Bedeutung:

    • Die Größe des Tumors, abgekürzt mit dem Großbuchstaben T•
       
    • Der Befall von benachbarten Lymphknoten, abgekürzt mit dem Großbuchstaben • N vom lateinischen Wort „Nodus“ für „Knoten“

    • Das Auftreten von Tochtergeschwülsten, also Metastasen, in anderen Organen; • abgekürzt mit dem Großbuchstaben M
       

Diese weltweit verwendete Einteilung für Krebserkrankungen wird daher als das TNM-System bezeichnet. Je nach Stadium der Erkrankung entscheidet es sich, ob nach der Operation für den Patienten noch weitere, ergänzende Therapien notwendig sind.

 

Nachbehandlung

Die medizinische Nachsorge nach einer Darmkrebsoperation folgt nach einem festgelegten Schema (siehe Tab. rechts).

In der Regel ist die postoperative Lebensqualität nach einer Dickdarmteilentfernung nur wenig eingeschränkt. Gewichtsverlust, Durchfall und unregelmässige Darmentleerung können auftreten.  

 

    Typische Beschwerden bei Darmkrebs  

    • Blut im Stuhl     

    • Änderung der Stuhlgewohnheiten    

    • Stuhldrang ohne Entleerung    

    • Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung)  

    • Blähungen     

    • Bauchschmerzen    

    • Übelkeit,Völlegefühl und Appetitlosigkeit

    • Auffälliger Leistungsabfall   

    • unbeabsichtigte Gewichtsabnahme   

    • Anämie (Blutarmut)    

    • Müdigkeit, Abgeschlagenheit   

 

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